Schmalkalden - die deutsche Werkzeugstadt
Alte Hütte (Hochofen) - Museum
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Schmalkalder Eisen- und Stahlwarenproduktion Die ökonomische Grundlage der Entwicklung des Gebietes um Schmalkalden war das Finden , Abbauen und Verarbeiten von Braun- und Roteisenstein, dem Eisenerz. Bereits um 1340 fand der Erzabbau erste urkundliche Erwähnung. Das abgebaute Eisenerz enthielt 40-50% Eisen und 4-6% Mangan. Durch den reichen Holzbestand des Thüringer Waldes war es möglich, die Verhüttung des Erzes im Umfeld des Abbaues mittels Windöfen durchzuführen. Diese wurden im Laufe der Weiterentwicklung durch den Niederen bzw. Hohen Blauofen ersetzt. Der hohe natürliche Mangangehalt des Eisenerzes ermöglichte die Herstellung von qualitativ hochwertigen Stählen, die mit den hochwertigen Schwedenstählen - die weltweit besten Stähle der damaligen Zeit - vergleichbar waren.
"Schmalkalder Artikel"
Im Jahre 1397 waren "Schmalkalder Artikel", so die Bezeichnung für die in der Stadt gefertigten Stahlwaren, auf der Frankfurter Messe vertreten. Um das Jahr 1554 gab es bereits 225 Schmiedewerkstätten in Schmalkalden die sich in sieben Zünfte des Eisenhandwerks gliederten. Nämlich die Stahlschmiede mit 28 Werkstätten, die Neber- und Bohrerschmiede mit 29 Werkstätten, die Scherschmiede mit 27 Werkstätten, die Messer und Klingenschmiede mit 41 Werkstätten, die Kleinschmiede (darunter die Ahlenschmiede und Flaschenschmiede, später auch die Ortbändermacher) mit 21 Werkstätten und die Nagelschmiede mit 9 Werkstätten. Hinzu kam noch die starke Zunft der Hufschmiede mit 70 Werkstätten. In ihrer Zunft hatten sich auch Hack- und Schnittmesserschmiede, die Sichel- und Pfannenschmiede, die Spießmacher, sowie Sägen- und Beilschmiede zusammengefunden. In jeder Zunft gab es Werkstätten, die von Meisterwitwen geführt wurden. Die Anfertigung von Eisen- und Stahlwaren erstreckte sich dann unter anderem auf Ahlen und Bohrer, Messer und Scheren, Striegel und Löffel, Hufeisen, Zangen und Spieße. Die zu den Kleinschmieden zählenden "Leffeler" oder Löffelschmiede stellten außer Blechlöffeln Gieß- und Pechkellen, Pfannen und Tiegel her. Das eisen- und stahlverarbeitende Handwerk fand in seiner Entwicklung erst um die Jahrhundertwende zum 20.Jahrhundert den Weg vom Handwerk zur industriellen Fertigung. Heute besteht das wirtschaftliche Profil der Stadt Schmalkalden aus Betrieben der Werkzeugindustrie, des Sondermaschinen- und Werkzeugbaus, der Lebensmittel und Getränkeindustrie sowie der Holzbearbeitung und des Baugewerbes.
Quelle: - Privat - 600 Jahre Schmalkalder Eisengewinnung und Eisenverarbeitung von Hans Lohse
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