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Beispiel - Brauunterweisung (Hobbybrauer)
Zutaten für 100 Liter Bier
(Bier
hat etwa 12% Stammwürze)
14 kg Pilsner Malz
4
kg Münchner Malz
60 g Bitterhopfen-Pellets
mit 15% Alphasäure
40 g
Aromahopfen-Pellets mit 7% Alphasäure
100 g Trockenhefe
Nachdem man alle
Gerätschaften zurechtgelegt und gereinigt hat und über die Rohstoffe verfügt,
kann man mit dem Brauen beginnen.
Das Schroten
Damit im Malz die Umwandlung von
Stärke zu Zucker besser gelingt, muss dieses grob geschrotet werden. Es sollte
zum einen nur frisch geschrotetes Malz verwendet werden, zum Zweiten bedeutet in
diesem Fall feiner nicht gleich besser.
Einmaischen und die Eiweißrast in der
Maischpfanne
Füllen
Sie 70 Liter Brauwasser mit einer Temperatur von 55°C in die Maischpfanne.
Geben Sie nun zügig bei laufendem Rührwerk das geschrotete Malz in das
Wasser . Die Temperatur von 50 bis 52 °C wird 15 Minuten gehalten. Diese
Phase wird auch Eiweißrast genannt.
Maltoserast
Die
Maltoserast dient der Bildung des Zuckers aus der Stärke. Sie findet bei 65°C statt und dauert
20 Minuten. Die Temperatur wird, wie schon bei der Eiweißrast, genau gehalten.
Verzuckerungsphase
Die
Maische muss nun weiter erhitzt werden, und zwar auf 72°C bis 74°C. In
dieser Phase geht es darum, die Maltose in der Flüssigkeit vollständig
aufzulösen. Diese Temperatur wird 30 Minuten gehalten. Aufheizen auf
78 °C und dann die Maische in den Läuterbottich geben. Zuvor kann
der Umwandlungsgrad der Stärke in Zucker mit der Jodprobe geprüft werden.
Filtern der Maische
im Läuterbottich
Auf einem Senkboden werden Treber und Würze getrennt. Zum
zusätzlichen Auslaugen der Treber wird bis 75°C warmes Wasser über diese
gegeben. Die Würze kommt dann in die Würzpfanne. Der Treberkuchen kann jetzt
dem Läuterbottich entnommen werden.
Messen des Würzegehalts
Den Würzegehalt
misst man mit der Bierspindel. Der Würzegehalt bestimmt die Art des entstehenden
Biers. Ein Vollbier besitzt einen Würzegehalt zwischen 11 und 14%, ein Starkbier
über 16%. Sie können den Würzegehalt verringern, indem Sie der Würze zusätzlich
Wasser zu führen. Durch Eindampfen beim späteren Kochen der Würze in der
Würzpfanne erhöht sich der Würzegehalt.
Hopfen der Würze in der Würzpfanne
Hopfen bestimmt den Geschmack des Bieres wesentlich. Kleine Hopfenmengen
erzeugen ein mildes Bier, große Mengen ein kräftiges und bitteres Bier. Der Hopfen wird in
die Würze eingerührt. In unserem Fall geben wir 60 g Bitterhopfenpellets (15%
Alphasäure) zu Beginn des Kochvorgangs zu. Etwa 10 min vor Ende
des Kochvorgangs werden 40 g Aromahopfenpellets zugegeben.
Das Kochen der Würze
in der Würzpfanne
Die Würze wird nun zusammen mit dem Hopfen gekocht. Dieser
Vorgang dauert etwa 60 Minuten. Natürlich verdunstet bei einer solch
langen Kochphase eine ganze Menge Flüssigkeit, die mit frischem Wasser wieder
aufgefüllt werden muss. Dieser Vorgang hat eine starke Geruchsbildung zur Folge.
Es ist ratsam die Fenster zu öffnen.
Das zweite Filtern
Ab sofort muss sehr sauber gearbeitet werden, da jeder Fremdkörper die ganze
Mühe zunichte machen könnte. Die Würze wird durch einen Heißtrubfilter
durchgelassen. Die Würze wird dabei von restlichen Hopfen- und Eiweißresten
befreit. Die angeschlossene Kühlvorrichtung bringt die Würze auf die
erforderliche Anstelltemperatur. Die Temperatur, auf die abgekühlt werden muss,
hängt dabei von der verwendeten Hefe ab. Bei obergärigen Hefen muss die Würze
auf 16 bis 22°C abgekühlt werden, bei untergäriger Hefe auf 8 bis 12°C.
Entsprechend dürfte klar sein, dass sich obergäriges Bier leichter herstellen
lässt.
Hauptgärung im Gärbottich
Die Würze wurde über die Kühlvorrichtung in
einen 120 l Gärbottich gepumpt. Fügen Sie der Würze
nun die Hefe hinzu und verrühren Sie diese. Der Gärbottich sollte abgedeckt,
jedoch nicht luftdicht verschlossen werden, da beim Gären Gase entstehen. Eine
Woche bei den bereits oben angesprochenen Temperaturen wird der Bottich
gelagert. Die Hauptgärung ist abgeschlossen, wenn der entstandene Schaum in sich
zusammengefallen ist, und sich die Hefe am Boden des Gefäßes abgesetzt bzw. bei
obergäriger Hefe auf dem Bier schwimmt. Wer ganz sicher gehen will, kann auch
mit der Bierspindel nachmessen. Sie sollte einen Wert von 5 - 6% anzeigen.
Liegen die Werte über diesen, sollte man die Hauptgärung entsprechend
verlängern. Beim Abfüllen in Flaschen sollte der Restwürzegehalt bei 3 bis 4%
liegen.
Nachgärung des
Bieres im Fass
Nach der Hauptgärung
haben wir ein Jungbier. Das wird in Fässer oder Flaschen abgefüllt in denen die Nachgärung
erfolgt.
Wichtig!
Die Fässer müssen sterilisiert sein bevor das Bier eingefüllt
wird. Wir empfehlen KEG-Fässer aus Edelstahl. Die Reinigung dieser Fässer ist
einfacher als die von Holzfässern.
Auch hier ist auf die Einhaltung der
Temperatur bei der weiteren Lagerung der Fässer zu achten. Untergäriges Bier
sofort nach dem Einfüllen bei 6 bis 10 °C lagern. Obergäriges Bier 3 Tage bei 16
bis 22°C danach ebenfalls bei 6 bis 10 °C lagern.
Bei der Nachgärung werden die
restlichen Kohlenhydrate (Zucker), die nach der Hauptgärung verblieben sind,
umgewandelt. Die Nachgärung ist somit ein wichtiger Bestandteil des
Brauprozesses. Erst durch die
Nachgärung entsteht die notwendige Kohlensäure, die für die Schaumbildung des
Bieres notwendig ist, und erst jetzt entwickelt es seinen ureigenen Geschmack.
Außerdem trägt die Nachgärung zur Klärung des Bieres bei. Denn während sich die
Hefe mit der Zeit am Boden des Fasses absetzt, zieht sie während des Absinkens
trübende Bestandteile mit sich und lagert diese als Sediment ab.
Das so
hergestellte Bier kann nach ca. 2 bis 4 Wochen Nachgärzeit getrunken werden. Bei
kühler Lagerung <5°C ist das Bier 3 bis 6 Monate haltbar. Sie haben ein naturtrübes
Bier. Durch ein zusätzliches Filtern erhalten Sie ein "blankes" Bier.
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